NRW-Politiker zu Gast im Nationalrat ÖsterreichsPressemitteilung der Parlamentsdirektion des Nationalrats von Österreich: Deutsche Finanzpolitiker aus Nordrhein-Westfalen im Hohen Haus Meinungsaustausch über Ausgliederungen und Finanzkrise Wien (PK) - Der Abgeordnete und Obmann des Finanzausschusses, Günter
Stummvoll (V), begrüßte heute eine Delegation deutscher Politiker aus
Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen ihrer dreitägigen Wien-Visite auch
dem Parlament einen Besuch abstatteten. Die Landespolitiker aus der
BRD, die alle dem Unterausschuss für "Landesbetriebe und
Sondervermögen" des Haushalts- und Finanzausschusses angehören,
interessierten sich insbesondere für die Immobilienverwaltung des
Bundes und der Länder, die Erfahrungen mit ausgegliederten Betrieben
und die Kontrollmöglichkeiten durch die Politik. Darüber hinaus
wurden auch allgemeine finanz- und wirtschaftspolitische Fragen
thematisiert, wie etwa die Diskussion rund um die Schuldenbremse, die
Entwicklung der Finanzmärkte sowie der Eurozone. Von österreichischer
Seite nahmen noch die Abgeordneten Kai Jan Krainer (S), Martin
Bartenstein, Gabriele Tamandl (beide V) sowie Elmar Podgorschek (F)
an der Unterredung teil.
Delegationsleiter Christian Möbius (CDU) berichtete zunächst darüber,
dass in den letzten zwei Tagen interessante Gespräche mit Vertretern
der Bundesimmobiliengesellschaft sowie dem Wirtschafts- und
Finanzministerium geführt werden konnten. Ziel des Österreich-Besuchs
sei es u.a., Ideen hinsichtlich der Durchführung von Ausgliederungen
und der effizienten Immobilienverwaltung zu sammeln, meinte er.
Abgeordneter Günter Stummvoll (V) zeigte sich beeindruckt vom
beachtlichen Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen, der im ganzen
Land, aber vor allem im Ruhrgebiet sichtbar werde. Heute arbeiten
dort nämlich mehr Menschen in der Kreativwirtschaft als im Bergbau.
Sodann ging er auf das österreichische System im Hinblick auf
ausgegliederte Betriebe ein (z.B. Schönbrunn, Tiergarten etc.), die
vom Rechnungshof kontrolliert werden, aber in die die Politik
ansonsten "nicht hineinregiere". Auch Abgeordneter Martin Bartenstein
(V) informierte die Gäste aus Deutschland über die Hintergründe für
die Errichtung der Bundesimmobiliengesellschaft und die bisherigen
Erfahrungen mit dieser Institution, die politisch ziemlich
unbestritten ist. Abgeordneter Kai Jan Krainer (S) wies darauf hin,
dass es in Österreich über 100 ausgegliederte Betriebe gibt, die
durch das neue Finanzrecht noch strengeren Berichtspflichten
unterliegen.
Ferner äußerten sich die österreichischen Abgeordneten zur
allgemeinen Finanzkrise, die u.a. dazu führe, dass Österreich trotz
guter Wirtschaftsdaten und einer relativ niedrigen Staatsverschuldung
doppelt so hohe Zinsen für die Schulden zahle als etwa Deutschland.
Um das Vertrauen der Finanzmärkte zu gewinnen, habe man sich
entschlossen, eine Schuldenbreme einzuführen, meinte Abgeordneter
Günter Stummvoll, die aber von konkreten Maßnahmen begleitet werden
müsse. Abgeordneter Kai Jan Krainer (S) sah mittelfristig keine
Alternative zu einer - demokratisch legitimierten -
Vergemeinschaftung der Fiskal- und Budgetpolitik in der EU, zumal mit
allen Mitteln ein Auseinanderbrechen der Eurozone verhindert werden
müsse. Abgeordneter Elmar Podgorschek (F) unterstrich, dass seine
Partei sicher keinen Blankoscheck ausstellen werde und konkrete
Maßnahmen im Zusammenhang mit der Schuldenbremse einfordere. Außerdem
erreiche die Ausgabenquote mittlerweile fast skandinavisches Niveau,
weshalb vor allem ausgabenseitig gespart werden müsse.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20111123_OTS0191/deutsche-finanzpolitiker-aus-nordrhein-westfalen-im-hohen-haus-meinungsaustausch-ueber-ausgliederungen-und-finanzkrise |
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